Hoffnung in die Herzen der Kinder von Tschernobyl
Kinder aus Weissrussland bei Gasteltern im Bezirk Affoltern
Die Kirchgemeinden Affoltern, Hausen und Maschwanden haben das Projekt «Belarus» ins Leben gerufen. 20 Kinder aus Belarus (Weissrussland) sind seit dem 21. Mai für 4 Wochen bei Gasteltern im Säuliamt. Sie durchleben ein reich gefülltes Wochenprogramm, umrahmt von vielen persönlichen Momenten in den Gastfamilien.
Das Projekt Belarus hat im ganzen Amt breite Zustimmung erfahren. Sei es die zahlreichen Firmen und Privatpersonen, die das Projekt auf finanzieller Seite ermöglichten, oder die vielen einzelnen Tätigkeiten wie Tagesprogramme, Fahrdienst, Verpflegung, die Organisation der Kleidersammlung, Kontakt mit Behörden und Vereinen, bis hin zur Mund-zu-Mund Propaganda. Dies alles sind Bausteine ohne die eine solches Projekt nicht möglich wäre.
Nicht die Augen, das Herz
Wir treffen Galina, die Dolmetscherin während die Kinder mit Seidenmalen beschäftigt sind. «Die Gastfamilien sind wirklich alle sehr nett zu den Kindern, sie werden sichtlich verwöhnt und geniessen es, für einmal ein wenig im Mittelpunkt zu sein», erzählt sie. «Die Kinder allerdings» — ergänzt sie, «sehen mit dem Herzen nicht mit den Augen».
Projektgruppe in Tschorny Bor
Im Vorfeld des Projektes Belarus reisten 3 Mitglieder der Kerngruppe nach Weissrussland um die Lage vor Ort zu prüfen. Am 22. März trafen sie den Gründer der Stiftung «den Kindern von Tschernobyl», Herr G. Gruschewoy, welcher nach der Katastrophe keine Gefahr gescheut, eine Massendemonstration organisiert hat, verhaftet wurde und letztendlich noch 1989 die erste Bürgerinitiative lancieren konnte. Einen Tag später ging die Fahrt weiter nach Bychov, einem ehemaligen Militärstütz-punkt. Über grasbewachsene ehemalige Landepisten fuhren sie zu einem Supermarkt der wie ein Museum wirkte. Fast nichts, aber alles zu teuer, so könnte man es treffend nennen. Hier trafen Ruedi Künzi, Priska Bill und Brigitte Schober ihre Kontaktperson Olga die seit Jahren für die Stiftung tätig ist. Am 25. März war es dann soweit, «Tschorny Bor» war in Sicht.
Zweites Zuhause
Was ist es , was unsere Gastfamilien motiviert hat, sich zu engagieren und auf etwas unbekanntes einzulassen ? Etwas sinnvolles aktiv unterstützen zu können meinten einige, andere führten die eigene Betroffenheit zur Zeit des Reaktorunglücks auf. Wieder andere fasziniert es, Einblick in eine fremde Kultur zu erhalten oder sich revanchieren zu können für ein schönes Erlebnis als Pflegekind in der eigenen Kindheit.
Der Entscheid, Gastfamilie zu werden wurde von fast allen als Gemeinschaftsentscheid der ganzen Familie gefällt. Eine gute gemeinsame Vorbereitung habe alle auftretenden Ängste und Unsicherheiten beseitigt und der Vorfreude Platz gemacht, betonten viele und einige beschlossen schon heute auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
Freischütz Muri
Belarus Affoltern