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An alle Säuliämtler: Bal'schoie Spassibo!

Nach vier Wochen Ferien sind die Kinder aus Weissrussland am Sonntag zurückgekehrt.

Mit einem lachenden und weinenden Auge stiegen die 20 Kinder aus Weissrussland am Sonntag wieder in den Flieger nach Minsk. Sie erlebten während vier Wochen ein grosszügiges und herzliches Säuliamt. Bal'schoie Spassibo! Vielen Dank! Viele der Gasteltern liessen ihr Ferienkind nur ungern ziehen.

Nach vier Wochen mit unzähligen Eindrücken und Erlebnissen stiegen die 20 Kinder aus Weissrussland am Sonntagmorgen wieder in den Flieger, um in ihr Land zurückzukehren.

Sie taten dies mit einem lachenden und weinenden Auge. Maxim hatte in den letzten Tagen wie viele seiner «Gspändli» mehrere Varianten für die Heimkehr nach Belarus anzubieten. Am liebsten würde er noch zwei bis drei weitere Wochen hier bei uns im Säuliamt bleiben. Eine Heimfahrt am Sonntag zu Eltern und Familie, mit der Aussicht, so bald als möglich einen weiteren Monat Ferien bei uns zu verbringen, wäre aber für ihn durchaus eine Alternative. Beides wird ihm verwehrt bleiben. So gab es sowohl auf der Seite der Gasteltern als auch bei den Kindern Abschiedstränen. Alle zusammen hatten sie in den vergangenen Wochen viel erlebt. Die kleinen Gäste aus Belarus viel Neues, Fremdes und viel Unbekanntes. Die Gasteltern wiederum ernteten Dankbarkeit, leuchtende Kinderaugen und im Falle des 12jährigen Maxims sehr viel Fröhlichkeit und manchmal auch ein fast ungläubiges und staunendes Lachen. Er genoss tausend Dinge und erfreute sich über unzählige Begebenheiten, die für unsere Kinder im gleichen Alter längst zum Alltag gehören. Eine etwas rasante Beschleunigung im Auto, mit überlautem Sound, liess ihn jauchzen.

Die Chilbi am Pfingstmontag in Bremgarten, mit den schrillen Karussells, Buden und Scooterautos, faszinierten ihn völlig. Maxim wuchs über sich selbst hinaus und vergass jegliche Angst vor dem Neuen und Sonderbaren. Tapfer bestieg er die rasenden Bahnen und konnte am Ende fast nur mit Gewalt von den «Putschautos» weggezerrt werden. Den abscheulich kitschigen und grellen Schlüsselanhänger, den er eigenhändig an einem Geschicklichkeitsstand gewonnen hatte, bewahrte er als unermesslichen Schatz unter dem Kopfkissen auf. Maxim verdrückte Magenbrot, Mandeln, Zuckerwatte und eine Rostbratwurst. Einiges davon kostete und erlebte er ganz sicher das erste Mal in seinem Leben, vieles vielleicht wohl auch das letzte Mal. In einem Land in dem ein Herr Lukaschenko regiert, gehören Chilbis eher zu den Mangelerscheinungen.

Diese Umstände liessen deshalb eine Feststimmung am sogenannten Abschiedsfest am Samstagmittag nur sehr beschränkt aufkommen. Immerhin wurde gesungen und den Gastmüttern ein kleines Abschiedsgeschenk verteilt. Und da wuchs Maxim ein zweites Mal mühelos über sich hinaus. Zwar mit wässrigen Augen, aber tatkräftig und entschlossen, küsste der Zwölfjährige seine Gastmutter auf die linke Wange. Was wiederum auf der anderen Seite feuchte Augen generierte. Beim Einsteigen dann, in den Bus zum Flughafen, hielt Maxim seine Hand ganz fest auf die Gesässtasche gepresst. In seinem Portemonnaie hatte er schließlich ein kleines Vermögen verstaut. Während seinen vier Wochen hier im Säuliamt wurden ihm nicht nur zahlreiche «Batzen» zugesteckt, Maxim durfte auch viele kleine und grosse Vergünstigungen erleben. Sein Mietvelo war während den vier Wochen völlig gratis, im Schwimmbad hatte er stets freien Eintritt und gar manches Dessert im Restaurant erschien nicht auf der Rechnung. In Maxims Sprache also allen Säuliämtlern: Bal'schoie Spassibo! (Vielen Dank!)
(mm)

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 12. Juni 2007