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Heimweh erfolgreich bekämpft

Projekt Belarus: Die Kindergruppe aus Weissrussland zu Gast im Säuliamt

Die Kindergruppe aus Weissrussland hat sich im Säuliamt gut akklimatisiert. Anfängliches Heimweh wird durch Geschenke und spannende Ausflüge, viele fremde Eindrücke und Süssigkeiten erfolgreich bekämpft.

Für die vom Schicksal nicht allzu verwöhnten Kids bedeutete die erste Ferienwoche eine Folge von einmaligen Erlebnissen. Sie durften insbesondere von den grosszügigen und spendablen Geschenken und Zuwendungen von Firmen und Privatpersonen profitieren.

Schenia, Kristina, Anatoli und Vladimir, die Kinder aus Weissrussland haben die erste Woche bei ihren Gastfamilien im Bezirk bereits hinter sich. Sie alle stammen aus Gebieten die noch immer unter der Verstrahlung durch das damalige Reaktorunglück von Tschernobyl leiden. Maxim, hier stellvertretend für die Feriengäste erwähnt, hat die erste und einzige Heimweh-Träne tapfer abgewischt. Die Erlebnisse in der für ihn total neuen und faszinierenden Welt lassen ihm keine Zeit traurig zu sein. Einige Stunden Verkehrsunterricht mit der Kantonspolizei sind absolviert. Ein erster Ausflug führte in den Tierpark Goldau. Als ein kleiner Einstieg in die vier Erholungswochen im Bezirk Affoltern gilt der «Säuliämtlertag». Die kleinen Gäste sollen zu Beginn ihres Aufenthaltes «ihr» Feriengebiet näher kennen lernen.

Extrafahrten

Mit einer Extrafahrt im Postauto, gesponsert von der PostAuto Schweiz AG, gelingt es trefflich, das Säuliamt zu erkunden. Erst wird der Bauernhof von Fredi Binder in Knonau angesteuert, wo eine Besichtigung, Therapiepferde und ein feiner Znüni warten. Danach geht es weiter zum Türlersee. Das Spielzeugmuseum lässt die Herzen der kleinen Gäste um einige Takte schneller schlagen, so etwas haben sie in ihrer Heimat wo Spielsachen grundsätzlich Luxus sind, denn doch noch nie gesehen. Auch hier wird das Projekt «Belarus» grosszügig unterstützt, die Firma Texbo in Affoltern finanzierte spontan die Eintrittsbillette. Nach so vielen Eindrücken meldet sich verständlicherweise der Hunger. Für die Wirtin vom weissen Rössli in Mettmenstetten, Vreni Spinner, ist jedoch eine hungrige Schar russisch schnatternder Kinder absolut kein Problem. Grosszügig lud sie alle zum Mittagessen samt Dessert ein. Die anschliessenden Kutschenfahrten durchgeführt und gesponsert von Karl Berweger, Uerzlikon, unterstreichen, dass das Säuliamt sich den kleinen Gästen aus dem fernen Weissrussland von der besten Seite zeigt. Die letzte Stunde dieses abwechslungsreichen Tages verbrachten die Kinder auf dem riesigen Spielplatz beim Rehabilitationszentrum des Kinderspitals in Affoltern.

Eine neue Swatch...

Der Bezirk Affoltern wird Maxim und seinen Gspänli durch diese Erlebnisse wohl in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Ein erlebnisreicher Tag, den Maxim wie die Tage zuvor in dieser zweiten Ferienwoche in der Schweiz abschloss. Er hüpfte glücklich ins Dachgeschoss vor den grossen Flachbildschirm, setzte sich zufrieden auf den Boden und kicherte, Bananen und Mohrenköpfe mampfend, über die Trickfilme. Seinen linken Arm schmückt eine nigelnagelneue Swatch und sein stolzer Blick streift im Minutentakt sein neben ihm liegendes Sackmesser im Monsterformat. Wie soll da Heimweh aufkommen?
(mm)

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 25. Mai 2007