Start zu vier Wochen Erholungsurlaub in einer fremden Welt
Projekt Belarus: 20 Kinder aus Weissrussland zu Gast im Bezirk Affoltern
Am Samstagmorgen trafen 10 Mädchen und 10 Knaben aus Weissrussland im Säuliamt ein. Für die Kinder, die aus den von Tschernobyl verstrahlten Gebieten stammen, beginnt nicht nur ein vierwöchiger Erholungsurlaub, sondern auch ein grosses Abenteuer.
Seit sechs Jahren verbringen immer von Mitte Mai bis Mitte Juni je 10 Mädchen und 10 Knaben aus der Umgebung von Tschorny Bor in Weissrussland bei uns im Säuliamt Erholungsferien.
Mit grosser Spannung erwarteten die Gasteltern das Eintreffen ihrer Schützlinge und deren zwei Begleiterinnen und Dolmetscherinnen. Die Ferienkinder sind alle im Alter zwischen Acht und Zwölf Jahren und haben sich monatelang auf ihre grosse Reise gefreut. Die Gruppe aus Belarus, wohl nur gerade einige Flugstunden von uns entfernt, kommt dennoch in eine völlig fremde Welt. Sie alle stammen aus ärmsten Verhältnissen, sie wohnen meist in eigentlichen Baracken ohne fliessendes Wasser und ohne jeden Komfort.
Allerdings kommen aus derselben Umgebung bereits seit sechs Jahren 20 Kinder für Erholungsferien zu uns. Deshalb können viele der Gäste von den Schilderungen und Erfahrungen ihrer Geschwister und Kollegen, die bereits in unserem Bezirk Ferien verbrachten, profitieren. Die allermeisten kennen also doch schon einiges, was hier auf sie zukommen wird. Dennoch waren die Gesichter der Kinder äusserst gespannt. Welche der erwartungsvoll blickenden Erwachsenen werden wohl meine Gastfamilie sein?
Die «Verteilung» der Gäste verlief dann auch äusserst speditiv, der Start in ein grosses und einmaliges Abenteuer und in eine völlig neue und faszinierende Welt konnte beginnen.
Auch wenn immer ein wenig Heimweh mit dabei ist, alle der kleinen Gäste stiegen erwartungsvoll in die Fahrzeuge ihrer Gasteltern. Es werden sie in den nächsten vier Wochen viele Erlebnisse erwarten. Neben unzähligen Ausflügen in der Gruppe, Zahnarztbesuche und viele neue Eindrücke werden sie sich auch mit unseren Kids aus dem Säuliamt anfreunden. Dabei ist es äusserst interessant feststellen zu dürfen, dass die absolut fremde Sprache kein grosses Problem darstellt.
Von den Erlebnissen der erholungsbedürftigen Kinder aus Belarus in der
für sie fremden und fast unbekannten Welt soll in den nächsten Wochen
hier noch ausführlicher berichtet werden.
(mm)
Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 15. Mai 2007
Belarus Affoltern