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Sascha, Igor und Gölä

Weissrussische Kinder zu Gast im Säuliamt

In wenigen Tagen ist der Ferienaufenthalt der 20 weissrussischen Kinder vorbei. Unzählige Helferinnen und Helfer haben zu einem reibungslosen Ablauf beigetragen. Ausflüge und Betreuung der Feriengäste setzen eine generalstabsmässige Planung und Organisation voraus. Ihr einziger Lohn sind die strahlenden Augen und ein dankbares Lachen der Kinder.

Bereits sind mehr als drei der vier Ferienwochen der weissrussischen Kinder hier im Säuliamt vorbei. Zusammen haben die 20 Kinder während dieser Zeit viele Ausflüge unternommen. Sie besuchten den Rheinfall, den Tierpark in Goldau, bestiegen die Rigi, staunten im Technorama und im Zürcher Zoo, um nur die allerwichtigsten aufzuzählen. Alle wurden bei diesen Ausflügen morgens pünktlich bei ihren Gasteltern abgeholt und abends wieder zurückgebracht. Hinter all diesen Aktivitäten steckt eine grosse und generalstabsmässige Organisation. Neben den Gasteltern leisten im Projekt Belarus unzählige Helferinnen und Helfer einen freiwilligen und unbezahlten Dienst zugunsten der Kinder. Es dürften sich vor, während und nach dem Aufenthalt der Kinder weit mehr als 50 Personen mit dem Projekt Belarus beschäftigen.

Deutsch-Brocken

Sascha und Igor, «unsere» beiden 10jährigen Zwillinge, geniessen jedenfalls jeden einzelnen Tag hier in der Schweiz. Und beide haben sie ganz erstaunliche Wandlungen vollzogen. Auch wenn ihr zürichdeutscher Wortschatz noch etwas ausbaufähig wäre, so beherrschen sie doch die allerwichtigsten Brocken. Mit schelmischen Augen versichern sie «Isch guet, isch guet!» und von einem Ausflug mit dem Auto zurück krähte Sascha nur Minuten später im Wohnzimmer: «I het na vill blöder taa...» ganz genauso wie er es auf der Gölä-CD vorher gehört hatte. Allerdings etwas mehr als in sprachlicher Hinsicht haben beide Knaben gewichtsmässig zugelegt. Was wiederum ihrer wegen der Strahlenbelastung angeschlagenen Gesundheit nur förderlich sein dürfte. In anderer Hinsicht aber unterscheiden sie sich absolut nicht von den gleichaltrigen Kindern hier bei uns.

Fussball ist auch bei ihnen ein Zauberwort, das sämtliche kulturelle und sprachliche Barrieren verschwinden lässt. Als Igor nämlich auf den Garagenvorplatz von unserem Nachbarsjungen etwas gar derb gefoult wurde, titulierte er ihn mit einem Begriff, den ich hier sicher nicht wörtlich wiedergeben werde. Wortwörtlich und buchstabengetreu sei aber hier erwähnt, dass die beiden weissrussischen Knaben mit ihren grossen staunenden Augen und ihrem fröhlichen Lachen uns ihre grosse Dankbarkeit nicht besser zeigen könnten.
Für das Projekt Belarus: Franziska und Martin Mullis, Ottenbach

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 13. Juni 2006