20 Kinder aus Weissrussland im Säuliamt
Am Samstag sind 20 Kinder aus Weissrussland im Säuliamt eingetroffen. Sie weilen während vier Wochen in den Ferien bei Gasteltern und können sich erholen. Im nach wie vor verstrahlten Gebiet ist ihr Immunsystem geschwächt. Eine ganze Reihe von Aktivitäten verhindert Langeweile.
Weissrussische Kinder sind schon zum vierten Mal im Säuliamt. Das Projekt Belarus wird getragen von den reformierten Kirchgemeinden Affoltern, Hausen und Maschwanden.
Für vier Wochen weg aus verstrahltem Gebiet
Zum vierten Mal Ferien für Kinder aus Weissrussland im Säuliamt
Für vier Wochen weg aus verstrahltem Gebiet und das Immunsystem stärken und ein fremdes Land kennenlernen: Seit Samstag weilen 20 Kinder aus Tschorny Bor, rund 230 km östlich von Minsk, im Säuliamt.
Es ist die vierte Auflage des Projektes Belarus, das von den reformierten Kirchgemeinden Affoltern, Hausen und Maschwanden getragen wird. 20 Kinder, die von zwei Dolmetscherinnen begleitet werden, finden, dieses Jahr während vier Wochen Unterkunft bei 17 Gasteltern aus dem Bezirk Affoltern, Birmensdorf und aus dem Zugerbiet.
Die Folgen aus dem Reaktorunglück 1986 in Tschernobyl sind immer noch zu spüren. Die neun- bis zwölfjährigen Kinder aus Tschorny Bor sind durch ihr geschwächtes Immunsystem besonders anfällig auf Krankheiten. Latent sind Schilddrüsenprobleme. Sie konnten nie eine normale Abwehrkraft entwickeln. So mutieren eine gewöhnliche Grippe oder ein Husten zu einer gefährlichen Krankheit. «Während ihres vierwöchigen Aufenthalts bei uns baut sich das Immunsystem wieder auf. Die meisten Kinder werden dann nach ihrer Rückkehr für längere Zeit nicht mehr krank», sagt Ruedi Künzi, Leiter des Projektes Belarus.
Im Rahmen des Brunches am Sonntagmorgen: Kinder wählen in der
Kleiderbörse im reformierten Chilehus in Affoltern Kleider aus. Im
Hintergrund Ruedi Künzi, Projektleiter Belarus.
Vielseitiges Programm
Erholung ist das eine, ein vielfältiges Programm während des Aufenthalts im Säuliamt das andere. Mehrere Arbeitsgruppen innerhalb des Organisationskomitees sind unter anderem zuständig für Gastelternbetreuung, Tagesprogramme, Kleiderbörse und Verpflegung. Rund 30 Fahrerinnen und Fahrer besorgen den Fahrdienst. «Insgesamt haben wir gegen 100 Personen im Einsatz - alle arbeiten ehrenamtlich», fügt Ruedi Küenzi bei. Den Kindern wird einiges geboten: Drei Mal pro Woche gibt es einen gemeinsamen Aktionstag, damit sich die die 20 Kinder regelmässig sehen. Ausflüge auf die Rigi, an den Rheinfall, ein PfadiWochenende mit Übernachtung, ein Wald-Wasser-Tag, ein Säuliämtler Tag und ein Schultag in Affoltern gehören unter anderem zum Programm. Und Zahnbehandlungen: Zahnärzte aus dem Bezirk Affoltern, aus Birmensdorf und dem Zugerbiet führen bei den Kindern eine Behandlung durch – kostenlos. Dazu stehen auch Prävention und Instruktion auf dem Programm, weil in Sachen Hygiene in Weissrussland andere Standards gelten.
Gute Rückmeldungen
Die weissrussischen Kinder kommen in eine andere Welt. Behutsame Betreuung und Einfühlungsvermögen verhindern einen möglichen «Kulturschock». Aber auch die Gasteltern – rund die Hälfte wechselt jedes Jahr – machen eine völlig neue Erfahrung. Gute Erfahrungen. Erfreulich sind jeweils die positiven Rückmeldungen aus Weissrussland. Sie motivieren den grossen Helferstab, das Projekt weiterzuführen.
Das Projekt Belarus wird übrigens nicht durch Steuergelder finanziert, sondern durch Spendengelder. Für Flug, Visa und Versicherung entstehen pro Kind Kosten in der Höhe von rund 1500 Franken. Eine Spende hilft, dieses sinnvolle Projekt selbsttragend zu finanzieren: PC 87-479861-6.
Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 24. Mai 2005, Werner Schneiter
Belarus Affoltern