Säuliamt – Weissrussland
Am Mittwoch, 11. Mai, findet um 19.30 Uhr im Chilehuus Affoltern eine Veranstaltung für Freunde des «Belarus-Projektes» und Russland-Interessierte statt. Pfarrer Dr. Eugen Voss wird an diesem Abend sein Buch «Warum sind die Russen so?» vorstellen. Er versucht seit Jahrzehnten, eine Brücke zwischen West- und Osteuropa zu schlagen.
Bereits zum vierten Mal verbringen Kinder aus Weissrussland (Belarus) Ferien im Säuliamt. Diesmal vom 21. Mai bis 20. Juni. Es kommen jedes Mal andere Kinder. Der Kontakt zu ihnen und ihren Familien überdauert die vier Ferienwochen. Über die Landesgrenzen hinweg sind Beziehungen gewachsen.
Das Projekt «Belarus» hat wohl allen Beteiligten oder auch nur Interessierten beiderseits das «andere fremde Land» etwas näher gebracht. Wenn die russischen Kinder mit dem Rigibähnli fahren, einander «einschneebelen», oder wenn sie mit Ämtler Kindern im Jonenbach herumplanschen, sind sie wie alle Kinder und im Wesentlichen vielleicht überhaupt nicht anders. Oder doch?
Was meinen wohl die Gastgeberfamilien dazu? Jedenfalls haben die Kinder aus Weissrussland eine ganz andere persönliche und familiäre Geschichte. Sie ist auf einem ganz anderen kulturellen Hintergrund, aus einer anderen Vergangenheit herausgewachsen. Haben die Gastfamilien und ihre Familien deshalb eine andere Mentalität? Sind «die Russen» anders? Was bedeutet und bewirkt die Begegnung mit ihnen?
Ein Schweizer Theologe, Pfarrer Dr. Eugen Voss, ist selber mütterlicherseits Russe. Verwurzelt in beiden Ländern, lebt er mit dieser Frage. Er arbeitet seit Jahrzehnten auf internationaler Ebene am Brückenschlag zwischen West- und Osteuropa und hat dafür nebst dem Ehrendoktor zahlreiche Anerkennungen und Preise erhalten.
Letztes Jahr erschien sein Buch «Warum sind die Russen so?» Es stellt die erschütternde Leidensgeschichte Russlands dar in ihrer geistig-kulturellen Eigenart. Voss geht der russischen Wesensart auf den Grund und stellt sich den brennenden Fragen der Gegenwart.
Die Belarus-Projekte in der Schweiz und anderswo sind eine Antwort. Voss wirkt selber in einer Bündner «Belarus-Gemeinde» mit. Er ist sehr gerne bereit, auch im Säuliamt von seiner Arbeit zu erzählen, sein Buch vorzustellen und mit uns ins Gespräch zu kommen. Er wird auf unsere Fragen eingehen.
Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.
Pfarrerin Elisabeth Studer-Weiss
Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 3. Mai 2005
Belarus Affoltern