Eine Spritze für Dimitri
20 Kinder aus Weissrussland im Säuliamt
Für die Ferienkinder aus Weissrussland gab es in den Ferien nicht nur Süssigkeiten. Neben den übervollen Einkaufszentren lernten sie auch den Bohrer des Zahnarztes kennen. Und sie nehmen wertvolle Aufbau- und Vorsorgepräparate mit nach Hause.
Dimitri hat sich an das für ihn luxuriöse Leben längst gewöhnt. Bananen, Schokolade und Melonen, eine Swatch, ein ferngesteuertes Auto und ein richtiges Schweizer Sackmesser nennt er sein eigen. Das Spülen der WC-Schüssel ist ebenfalls bereits Routine und der «Grünkübel» in der Küche ist gar nicht mehr sooo exotisch.
Gratis-Behandlung der Zahnärzte...
Manche der zwanzig Kinder aus Weissrussland verspürten keinen Moment Heimweh, bei anderen gab es hie und da doch einmal ziemliche Seufzer. Vor allem an den Tagen an denen der Zahnarzt angesagt war. 15 Zahnärztinnen und Zahnärzte aus dem Bezirk Affoltern, sowie aus Baar, Cham und Zug haben sich bereits das dritte Jahr für eine Gratis-Behandlung der weissrussischen Kinder zur Verfügung gestellt. Sie haben damit wohl die nachhaltigste Arbeit zum Projekt Belarus geleistet. Mit ihrem grosszügigen Beitrag sind die Zahnmediziner wohl der grösste Sponsor des Unternehmens. Jedes der Kinder «musste» zu einem Reihenuntersuch, die Prävention – also gründliches Zähneputzen lernen – stand im Vordergrund. Aber auch da wo es nötig war, mussten sie sich einer Behandlung unterziehen. Bei einzelnen Kinder stand der Zahnarztbesuch bis zu dreimal auf dem Ferienprogramm. So unangenehm so ein Besuch auch war, der Besuch der Praxen beeindruckte die Mädchen und Knaben ziemlich. Die modernen Einrichtungen imponierten einem Mädchen so sehr, dass es der Dolmetscherin doch tatsächlich anvertraute, sie habe sich wie auf einem Raumschiff gefühlt.
...und Beitrag der Apotheke
Ebenfalls einen Beitrag an die Gesundheit der Kinder aus den vom Reaktorunglück in Tschernobyl verseuchten Gebieten, leistete die Apotheke/Drogerie Vitalis im Coop-Park Affoltern. Jedes der Kinder wurde mit einem Gesundheitsset ausgestattet. Für einen Wert von bis zu 60 Franken nehmen sie Multivitaminpräparate, Zahnpasta und andere Vorsorgemedikamente mit nach Hause. Die Geschäftsführerin der Vitalis-Apotheke Frau Karin Stehlin versicherte, dass es für die Apotheke Vitalis eine Freude sei so direkt und so nachhaltig helfen zu dürfen.
Für Ruedi Künzi, Leiter des Pojektes «Belarus», ist es ein grosses Anliegen allen Zahnärztinnen und Zahnärzten, sowie auch der Firma Vitalis im Namen der Kinder seinen herzlichen Dank auszusprechen. Er betont in einem Gespräch mit dem Berichterstatter die ausgesprochene Nachhaltigkeit gerade dieser Spenden. Kommt doch hier für einmal jeder einzelne Franken unmittelbar den Betroffenen hunderprozentig zu gute. Alle Beteiligten des Belarusprojektes leisten ausnahmslos Fronarbeit.
Ein einziger Wermutstropfen bleibt. Dimitri und mit ihm 19 Mädchen und
Knaben müssen am Montag 14. Juni Abschied vom Säuliamt nehmen. Abschied
von vier ereignisreichen Wochen, aber auch Abschied von den Gasteltern
und von unendlich vielen neuen Erfahrungen, Einsichten und
Bekanntschaften.
(mu)
Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 8. Juni 2004
Belarus Affoltern