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Clowns, Triumphbögen und viel Wasser

Kinder aus Weissrussland auf dem Affoltemer Bauspielplatz

Auch dieses Jahr lud der Verein Bauspielplatz Affoltern a. A. die im Säuliamt in den Erholungsferien weilenden Kinder aus Weissrussland wieder zu einem Spieltag ein. Sie genossen den Samstag mit vielen Aktivitäten, Spass und Spielen und die gelegentlichen Regenschauer wurden schlicht nicht beachtet.

Der Samstag auf dem Bauspielplatz im Affoltern hat für die weissrussischen Kinder bereits Tradition. Für die beiden Dolmetscherinnen Galina und Uljana war es auch dieses Jahr ganz offensichtlich wieder eine Herausforderung, die Anweisungen der Bauspielplatz-Verantwortlichen zu übersetzen. Sie sind sehr erfahrene Frauen und haben weiss Gott schon viel erlebt, aber Baum-Iglus und Triumphbögen aus Haselruten bauen und eigentliche Clowns-Lehrgänge für Kinder sind für sie eben schon etwas exotische Begriffe.

Doch die Kinder begriffen schnell, was sie für diesen Samstagnachmittag erleben sollten. Sie teilten sich in Gruppen und die Zirkusleute Sandi und Peter als Clownlehrer hatten ganz klar ein Heimspiel, immerhin ist der Zirkus auch in der weissrussischen Seele gut verankert. Für Dimitri jedenfalls schien es sonnenklar zu sein, seinem Namensvetter aus Ascona die Referenz zu erweisen und er trug seine rote Nase mit Stolz.

Lächeln, Stirnrunzeln...

Doch da war auch die Seilbahn, die Rutschbahn und der Spielturm. Aber vor allem war da der Tümpel mit dem Floss. Wirklich warm allerdings war das Wasser nicht, was aber einige der Jungen ganz und gar nicht hinderte, mutige Seeräuber zu spielen und gar mancher landete bis zu den Hüften im kalten Wasser. Das hatte aber auch den Vorteil, dass die gelegentlichen Regengüsse gar nicht wahrgenommen wurden. Die nassen Aktivitäten lösten bei einigen Gastmüttern ein leichtes Stirnrunzeln aus und bei Gastvätern war ein nicht zu übersehendes stolzes Lächeln zu bemerken.

Da wurden aber auch Löcher gegraben um darin riesige Geflechte aus Weidenästen aufzustellen, die grosse Bögen bildeten, oder aber es wurden aus diesen Ästen auch richtige Baumhäuser errichtet. Konstantin, Maskim, Andrey und die anderen Jungs aus Tschorny Bor schufteten als gelte es Rekorde zu brechen. Die Olgas, Nastassias und Irinas konzentrierten sich jedoch viel lieber im Trockenen und bemalten mit viel Fantasie einen Baustellen- oder besser Zirkuswagen.

Soviel ernsthafte Arbeit verursachte natürlich Hunger. Aber da war vorgesorgt. Die Servelats und Bratwürste vom Grill und unzählige Beilagen von den Gasteltern zubereitet und mitgebracht, waren denn auch äusserst gefragt. Unnötig zu erwähnen, dass auch die Kuchen, Torten und die anderen Süssigkeiten im nullkommanichts verschwanden.

Der Samstag auf dem Bauspielplatz wird den weissrussischen Kindern ganz sicher noch lange Zeit in Erinnerung bleiben. Die Mitglieder des Vereins Bauspielplatz haben sich wie in den letzten zwei Jahren grosse Mühe gegeben, den Kindern aus dem Osten einen vergnüglichen Tag zu bieten. Das ist ihnen wahrhaft gelungen. Dafür gebührt ihnen und allen anderen Helfern grossen Dank. Die leuchtenden und fröhlichen Augen der weissrussischen Kindern am Schluss des Tages war für sie immerhin Beweis, einer guten Sache gedient zu haben.
(mu)

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 8. Juni 2004